Demomakers

Die Origin Story

Was war mein IT-Hobby als Teenager? Ich war Demomaker 😊!

Demomaker sind Programmierer, die visuelle Demos kreieren, bei denen sich möglichst viel auf dem Bildschirm bewegt.

Der Reiz lag darin, alles aus einer Maschine herauszukitzeln und seine Kollegen zu beeindrucken.

Demomakers waren in der Lage, Dinge zu tun, die theoretisch nicht möglich waren. Sie konnten 16 Farben in einem Bild darstellen, obwohl eigentlich nur 4 erlaubt waren. Sie konnten Laufschriften erstellen, die den ganzen Bildschirm füllten, obwohl die Rechenleistung nur eine 20 Pixel hohe Laufschrift ermöglichte.

Unser Vater hatte meinem Bruder und mir Ende der 80er-Jahre einen Amstrad CPC geschenkt. Damit entfachte er unsere Leidenschaft für Informatik und Demomaking.

In diesem Artikel nehme ich dich mit auf unsere Reise durch Welt des Demomakings und der Computerszene der späten 80er-Jahre.

Die Hardware – der Amstrad CPC 464

Ja, so sah unser erster Computer aus. Der Amstrad CPC 464 hatte 64KB RAM, einen Z80-Prozessor mit 4 MHz und ein Kassettenlaufwerk 😱.

Der Sound war der typische 8-Bit-Sound, den man heute noch immer mit den 80er-Jahren verbindet.

Der Bildschirm hatte drei Modi:

  • Mode 0: 160×200 Pixel mit 16 Farben
  • Mode 1: 320×200 Pixel mit 4 Farben
  • Mode 2: 640×200 Pixel mit 2 Farben

Die Programmierung

Zu Beginn programmierten wir in BASIC. Die Sprache war nativ ins Betriebssystem integriert und konnte direkt in der Konsole ausgeführt werden.

Ziemlich schnell wechselten wir zu Assembler, um effiziente Demos zu programmieren und die Hardware direkt ansprechen – oder besser gesagt manipulieren 😁 – zu können.

Die Trickkiste

Lass uns nun ein bisschen „aus dem Nähkästchen plaudern“ und ein paar Tricks zeigen, die es uns ermöglichten, Unmögliches möglich zu machen!

Farben während Bildaufbau manipulieren

Hierbei wird während des Bildaufbaus im richtigen Moment die Hintergrundfarbe angepasst. Dadurch können farbige Balken im Hintergrund dargestellt werden. Die Position der Balken werden nach jedem Bildaufbau angepasst. So entsteht eine flüssige Animation.

Interessanterweise erlaubt Grafikmodus 1 nur 4 Farben. Ich habe die drei Farben Blau, Hellblau und Weiss für den Vordergrund (Asterix und die Sterne) verwendet. Der Hintergrund ist grundsätzlich schwarz, wird aber durch den Rastertrick mit Balken befüllt. Die Balken verwenden alle 16 Farben, die der Computer grundsätzlich unterstützt.

Startposition des Bildschirms manipulieren

Bei jedem Bildaufbau, kann der Offset des Bildschirms neu definiert werden. Dadurch wird dem Computer mitgeteilt, ab welcher Speicheradresse er das Bild aufbauen soll.

Indem man bei jedem neuen Bildaufbau die Speicherposition erhöht, verschiebt sich das ganze Bild um eine Position nach links:

Anschliessend muss nur noch der neue Text auf der rechten Seite in den Speicher geschrieben werden.

Und so entsteht eine riesige Laufschrift, die dieser Computer allein mit seiner CPU niemals hätte berechnen können 😁👌!

Alles kombiniert, gibt…

Und wenn man diese Techniken kombiniert, ist Erstaunliches möglich. Hier ist eine kleine Compilation unserer Demos 😎:

Fazit

Demomaking war eine faszinierende Zeit für mich und hat meine Leidenschaft für Informatik entfacht – eine Leidenschaft, die mich bis heute begleitet und die ich mit vielen IT-Kollegen in meinem Berufsalltag teile.

An dieser Stelle möchte ich meinem Vater herzlich danken, der uns den Einstieg in die Informatik ermöglicht hat. Ebenso danke ich meinem Bruder und unserem Freund „Warlock“ für die unzähligen nächtlichen Demomaking-Sessions, die – ohne dass wir es damals ahnten – unseren späteren beruflichen Weg entscheidend geprägt haben. 😊

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