Base44 – Heilige Gral des Vibe Codings?

Die Magie

Vor 3 Jahren (Frühling 2023) habe ich mein erstes Programm mit AI erstellt – es war ein überwältigender Moment!

AI kommt nur so weit

Seitdem habe ich Hunderte von Skripte mit AI generiert, aber wie man es heraushört, ist es leider bei Skripts geblieben. Die Implementierung von komplexeren Applikationen habe ich nie hingekriegt. Sobald der Code grösser wurde, häuften sich die Fehler – und jeder Bugfix führte zu neuen Problemen.

Ziemlich schnell kam ich zum Schluss, dass AI nur kleine Code-Teile verlässlich bauen konnte. Wenn jemand grössere Applikationen mit AI bauen wollte, müsste zuerst ein Framework erstellt werden, das fix und verlässlich war und der AI kleine spezifische Tasks übergeben würde.

Bis vor kurzem habe ich kein solches Framework gefunden.

Und dann kam Base44

Mitte März dieses Jahr hat sich dies für mich fundamental geändert: ich bin über Base44 gestolpert.

Ich wurde mit einem einfachen Prompt-Fenster begrüsst und gebeten eine App zu definieren. Das muss man mich nicht zweimal fragen:

Nach knapp einer Minute stand die App. Und ein paar Iterationen später hatte sie den Stand erreicht, dass meine ganze Familie sie verwenden konnte:

Das war das erste Mal seit der Geburt von ChatGPT, wo ich in der Lage war eine echte App mit AI zu bauen 😁.

Was ist hier neu?

Meine IT-Kollegen finden dies nicht speziell. Oft höre ich: „Claude Code baut Dir Shopping App in 10 Sekunden“.

Auf meine Rückfragen, ob diese App auch Backend, Benutzerverwaltung und Payment beinhaltet, kommen dann oftmals eher leise Antworten zurück.

Dies hat aus meiner Sicht bisher gefehlt. Wir konnten jeden Aspekt einer App generieren, aber nie alle Komponenten zusammenführen.

Warum ist Base44 speziell?

Base44 deckt alle Aspekte einer modernen Applikation ab. Der Benutzer muss sich nur auf die Definition der Features konzentrieren.

Folgende Aspekte sind von standardmässig abgedeckt:

  • Frontend
  • Backend
  • Benutzerverwaltung
  • Datenbank
  • Integration externer Dienste
  • Payment
  • Hosting
  • Deployment auf App Stores (Apple und Google)

Dies macht die Lösung so bestechend. Als App-Kreator muss man sich nur auf die Funktionalität konzentrieren, den Rest übernimmt Base44.

Wie ist Base44 entstanden?

Maor Shlomo wollte für seine Freundin eine App bauen. Er wollte es sich nicht zu einfach machen und entschied sich, ein Framework zu bauen, mit welchem seine Freundin die App selber bauen könnte.

So entstand Base44. 6 Monate später hatte er neben seiner Freundin noch 400’000 weitere App-Kreatoren auf seiner Plattform. Und kurz darauf wurde Base44 von Wix.com für 80 Mio. aufgekauft.

Maor ist aktuell weiterhin an der Weiterentwicklung von Base44 beteiligt. In folgendem Video erzählt er in „Lenny’s Podcast“ seine Origin-Story:

Einen hab ich noch

In den letzten 4 Wochen habe ich 6 Apps gebaut, die ich regelmässig weiter entwickle und im Alltag selber benutze.

Eine davon ist eine Ernährungs-App namens „Macro Master“. Sie ermöglicht mir die Nährwerte meiner Mahlzeiten einzugeben, um sicherzustellen, dass meine Ernährung ausgewogen ist:

Das Eingeben aller Nährwerte ist aber mühsam und gerne würde ich diese per AI schätzen lassen.

Beim Spazieren mit unserem Hund habe ich mir überlegt, wie ich das am besten tun könnte. Naheliegend war eine Integration mit dem ChatGPT API. Machbar aber mühsam.

Dabei machte ich folgende Überlegung: Base44 basiert ja hauptsächlich auf AI, wäre es nicht cool, wenn Base44 Apps Zugriff auf ein LLM hätten?

Ich zückte mein Phone und klärte es ab und tatsächlich – alle Base44 Apps haben nativ Zugriff auf ein LLM!

Kaum zu Hause angekommen, habe ich meine App um das Feature erweitert. Seitdem ist die mühsame Mahlzeiterfassung auf zwei Klicks reduziert und an die AI delegiert:

Fazit

Ich habe immer davon geträumt, basierend auf meinen Ideen, Apps bauen zu können. Leider war das bisher immer ein sehr aufwendiger und langwieriger Prozess. Mit Frameworks wie Base44 kann ich nun in kürzester Zeit meine Ideen realisieren. Hiermit ist für mich ein Traum wahr geworden.

Nach nun 4 Wochen mit Base44 habe ich folgende Learnings mit dieser neuen Methode gewonnen:

  • Ideen können schnell konkretisiert werden
  • Apps können sehr schnell angepasst werden
    • Die Usability erhält sehr schnell eine hohe Qualität
  • Die Hürde der Software-Entwicklung (Kosten und Zeit) ist kein Faktor mehr
    • Wo liegen nun die Hürden? Wahrscheinlich im Marketing…
  • Verifikation von Prozessen und Konzepten mittels Apps
    • Einige Ideen konnte ich verifizieren oder deren Schwächen aufzeigen, indem ich Apps gebaut habe, die die Idee konkret aufgezeigt haben

Base44 ist aus meiner Sicht ein Meilenstein im Software Engineering – vergleichbar mit dem Einfluss des Videospiels DOOM oder dem Durchbruch von ChatGPT.

Einfach next level 😊!

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